...denn dann kam CARUSO
Und ich muss mich korrigieren - nein, keine neue Zeit, eine neue Zeitrechnung begann!
Endlich einer der mich verstand und meine Spiele genoss wie ich die Seinen! Wir waren einander gut genug und liessen die Schafe Schafe und die wildernden Hunde wildernde Hunde sein! Die hinterste Ecke der Weide war uns am liebsten, Hauptsache wir waren ungestört zusammen!
Denn zu erzählen gab es viel. Anfangs allerdings nur von meiner Seite: Von meinem Jahr als Esel unter Fremden, der Sehnsucht nach meiner Mutter, den missverstandenen Spielen, den spärlichen Streicheleinheiten, dem wenigen Heu im Winter, der nächtlichen Einsamkeit auf der ach so weiten Weide, und und und. Ich würde heute noch im Selbstmitleid schwimmen wenn mir nicht eines frühen Morgens Caruso in den Redestrom gefallen wäre: "Halt endlich dein Maul, was weisst denn du vom Leben als Esel!"

Es folgte ein sehr ruhiger Tag.

Am Abend, ich hatte mich früher als sonst (und nur noch leicht schmollend) unter den Felsvorsprung zurückgezogen, begann Caruso ein wenig von sich zu erzählen. Seid froh, dass er mich versprechen liess, alles für mich zu behalten. Ihr könntet sonst den Glauben an die Zweibeiner verlieren.